Artikel aus dem Anzeiger Knonaueramt vom 12. Mai 2017

Findet ihr  unter dem Register "Jugendförderung"

 Artikel aus dem Anzeiger Knonaueramt vom 28. Februar 2017 

 

 

   

Artikel aus dem Anzeiger Knonaueramt vom 30. April 2015

Text / Foto von Kurt Spiess

Fischen am Türlersee boomt

Jungfischerkurs am Türlersee bei überraschend gutem Wetter

Der Sportfischerverein Türlersee hat seinen alle zwei Jahre stattfindenden Jungfischer- und Einsteigerkurs während den Frühjahrsferien durchgeführt und 32 interessierten Jugendlichen ab 10 Jahren, z.T. zusammen mit Müttern und Vätern und Einsteiger/-innen bis über das Pensionsalter hinaus, “UHU-Ferien“  (Ferien “ums Huus ume“) geboten. Ziel war tiergerechtes Fischen zu erlernen und naturverbunden sinnvoll seine Freizeitaktivitäten zu gestalten. So haben sich fast 20 Vereinsmitglieder/innen am Samstagvormittag mit Theorie oder Seeputzete und am Sonntag ganztägig für die praktische Ausbildung engagiert zur Verfügung gestellt.



Die Kursteilnehmer folgten ausnahmslos sehr interessiert während 4½ Stunden der Theorie – und dies in den Ferien. Am Sonntag von 08.15 bis 15.45 wurde in 8er-Gruppen an vier Posten geübt, wie man Fische waidgerecht tötet, filetiert, Knoten richtig bindet, Zapfen richtig montiert, Würfe trotz Hindernissen auch richtig platziert und wie man die Rute für das Grundfischen herrichtet. Zugleich konnte das Erlernte mit Zapfen-, Grundfischen und einem Wettbewerb im Zielwurf gefestigt werden.

Petrus hatte Erbarmen mit allen in Bezug auf das Wetter, denn er schloss den ganzen Tag die Schleusen. Was den Fischergruss “Petri Heil“ anbelangt aber nicht: zwei einzige Züpfchen an den Ruten, kein Fisch im Feumer.


Den vom Schweizer Tierschutz mit Unterstützung des Psychiaters Frank Urbaniok im Tages-Azeigers entfachten Wirbel um das Mindestalter für das Fischen ab 16 oder gar ab 18 Jahren hatte zur Folge, dass René Birrer von TeleZüri die Jungfischer den ganzen Vormittag begleitete, Jungfischer, Eltern und Kursleiter interviewte und am Sonntagabend in seinem Beitrag völliges Unverständnis all unserer Teilnehmer dazu zeigte. Wer die glücklichen, zufrieden strahlenden Kinder, Eltern, Grosseltern bei der Verabschiedung sah, wie sie mit tosendem Applaus den grossen Einsatz der Vereinsmitglieder verdankten, ist sich sicher, dass hier kein zukünftiger Gewalttäter drin steckt, der durch das Töten eines Fisches aggressiver wurde – im Gegenteil, das Ziel des Jungfischerkurses wurde erreicht.

 

SaNa-Ausweis

          

31 Kursteilnehmer/-innen haben sich während der letzten Ferienwoche mit dem Lehrmittel von Rolf Schatz von der IG “Dä Neu Fischer“ und weiteren kant. Vorschriften intensiv auf die SaNa-Prüfung vom letzten Samstag vorbereitet und diese bei ihm auch bestanden. Bravo! Der SaNa-Ausweis (Sachkunde-Nachweis) ist Voraussetzung für längerfristige Patente in der Schweiz und z.T. auch im angrenzenden Ausland. Bemerkenswert ist, dass der Frauenanteil mit SaNa-Ausweis sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt hat.  



Artikel aus dem Anzeiger Knonaueramt vom 26. Februar 2013

Petri Heil im Knonauer Amt

Mit der Fischerrute an den Fliessgewässern, Weiher und am Türlersee

 

Fischen will gelernt sein: Schnupperkurs für Kinder am Türlersee. (Bild Martin Mullis)  

In den Gewässern des Bezirks Affoltern finden sich praktisch sämtliche Fische, die im kantonalen Fischereiatlas aufgeführt sind. Pachtinhaber und Mitglieder von Fischereivereinen angeln jedoch nicht nur nach Bachforellen und anderen Speisefischen, sondern leisten auch viel Arbeit zugunsten der Umwelt in und an den Wasserläufen und Weihern.

von martin mullis 

Der Fischereiaufseher des Kantons Zürich, Robert Geuggis, beaufsichtigt im Säuliamt 16 Fischpächter. Insgesamt werden im ganzen Kanton Zürich in einem Gesamtverzeichnis 441 Pachten aufgeführt. Obwohl er im Laufe eines Jahres regelmässig mehrere Verzeigungen wegen verbotenem Fischen oder anderer Verstösse rund um das Fischereiwesen aussprechen muss, war im Säuliamt seit mehr als vier Jahren keine einzige Anzeige nötig. Er bezeichnet die Fischer als äusserst engagierte Sportler, welche neben dem eigentlichen Fischen sehr grosse Arbeit zugunsten der Natur leisten. So sorgen sie mit dem Putzen von Bachläufen und dem Entfernen von allerlei Gerümpel in den Bächen immer wieder für Ordnung. In den Gewässern des Knonauer Amtes sind praktisch sämtliche Fische, welche im kantonalen Fischereiatlas aufgeführt sind, vorzufinden. Da schnappen neben den beliebten Bachforellen auch Hechte und viele Arten von Weissfischen wie Alet, Rotauge, Schleie, Karpfen und Barben nach Fliegen und dem Regenwurm. In einzelnen Bächen im Bezirk Affoltern finde man auch schöne Populationen von Kleinfischen wie die Schmerle, Groppe, Gründling oder das Bachneunauge, so der Fischereiaufseher. Einige dieser Arten betont er, seien vom Aussterben bedroht.

Hechte von über einem Meter Länge

René Hess, Gemeindepräsident aus Hausen und Pächter des Türlersees, versichert, dass die Fischerei nicht nur als ein Hobby betrachtet wird, sondern auch die Liebe zur Natur vorhanden sein muss. Die Pachtgesellschaft arbeitet eng mit dem Sportfischerverein zusammen. Sie haben seinerzeit hart für die Belüftung des Sees gekämpft, bauten Fischerstege und sorgen dafür, dass die Schutzverordnung eingehalten wird. Hess weiss, dass im Türlersee ein guter Bestand an Felchen, Eglis und Hechte – davon einige über einen Meter gross – besteht.

Auch «Naturschutzexperte», Jäger und Fischer Kurt Lützelschwab ist ein passionierter Fischer. Sein deutscher Wachtelhund Gray, ein ausgebildeter Schweisshund, begleitet ihn selbst zum Angeln an der Reppisch oder gar im Boot auf dem Türlersee. Lützelschwab freut sich, dass die Fischer fast ausnahmslos Schonzeiten, Mindestmasse und Fanglimiten einhalten. Ab und zu werden jedoch vor allem Jugendliche «Wilderer» beim unerlaubten Angeln erwischt. Seine Aufforderung, das Fischen doch in einem Verein richtig zu lernen und dann legal zu betreiben, wird oft auch tatsächlich befolgt, erzählt der ausgebildete Ranger. Grössere Probleme hat er jedoch mit einigen wenigen unbelehrbaren und uneinsichtigen Hundehaltern, welche ihre Lieblinge auch in Naturschutzgebieten frei laufen lassen.

Tageskarte für einfaches Fischen vom Ufer aus

Eine Bewilligung, um das Hobby Fischen auch ausüben zu dürfen, ist bis auf wenige Ausnahmen notwendig und auch unterschiedlich schwierig zu beschaffen. Je nach Gewässer wird lediglich eine Tageskarte verlangt, bis hin zu einer Mitgliedschaft eines entsprechenden Vereins. Zusätzlich sind einige Vorschriften und Gesetze zu beachten. Während am Türlersee das Fischen grundsätzlich und unter Einhaltung gewisser Regeln für jedermann erlaubt ist, wird zum Beispiel auch für das einfache Angeln mit gewöhnlichen Fischerruten an der Reuss eine Bewilligung notwendig. Wer am Fluss die volle Kunst des Fischens anwenden will, muss einem Verein beitreten. Als eine bemerkenswerte Besonderheit zeigt sich die Regelung, dass der Kanton Zürich die Hoheit über das Fischereiwesen an der Reuss ab der Zuger Kantonsgrenze bis an die aargauische Grenze dem Kanton Aargau abgetreten hat.

Artikel aus dem Anzeiger Knonaueramt vom 29. Januar 2013   

Verbesserte Wasserqualität auch im Türlersee

Umfassende Analyse der Gewässer im Kanton Zürich zeigt gute Resultate

Wegen seiner windgeschützten Lage würde das Türlerseewasser höchstens alle paar Jahre zirkulieren. Deshalb wird seit 1987 eine Zirkulationsanlage betrieben. (Archivbild vom letzten Herbst)

Eine umfassende Analyse der Gewässer im Kanton Zürich durch das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) zeigt, dass sich die Wasserqualität in den letzten Jahren weiter verbessert hat – auch im Türlersee. Eine Anlage sorgt dafür, dass der See im Winter vollständig zirkuliert.

Die Phosphorkonzentrationen und Algenmengen im Türlersee werden vom Awel heute als gut beurteilt. Die Zusammensetzung der Kieselalgengemeinschaft bestätigt, dass sich der Seezustand stark verbessert hat. Dennoch ist im Sommer ab sechs Meter Tiefe nicht mehr genügend Sauerstoff vorhanden. Der Türlersee wäre unter natürlichen Verhältnissen ein nährstoffarmer See mit geringem Algenwachstum. Aufgrund seiner windgeschützten Lage würde er unter natürlichen Verhältnissen höchstens alle paar Jahre im Winter vollständig zirkulieren. Da der See bis 1900 sehr geringe Phosphorkonzentrationen aufwies, reichte der vorhandene Sauerstoff trotz schwacher Mischung aus, um das absinkende organische Material abzubauen. Das Tiefenwasser des Sees dürfte ursprünglich immer knapp sauerstoffhaltig gewesen sein.

Oberste sechs Meter wieder ganzjähriger Lebensraum für Fische

Seit 1987 wird im See eine Anlage zur Unterstützung der Zirkulation betrieben, die im Winter dafür sorgt, dass der See vollständig zirkuliert. Eine Studie der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) zeigt, dass auch bei vollständiger Zirkulation im Winter der vorhandene Sauerstoff im See nicht ausreicht, das absinkende organische Material abzubauen. Allerdings ist die Algenmenge im See inzwischen so weit zurückgegangen, dass die obersten sechs Meter des Sees heute als Lebensraum für Fische wieder ganzjährig zur Verfügung stehen. Auch bei einer unvollständigen Zirkulation werden diese oberflächennahen Schichten jeden Winter vollständig gemischt und mit Sauerstoff angereichert. Ein weiterer Betrieb der Zirkulationsanlage ist deshalb nicht mehr nötig, erhöht aber die Sauerstoffkonzentrationen im Tiefenwasser. Dort sind positive Sauerstoffkonzentrationen erst zu erwarten, wenn die Phosphorkonzentration im See längerfristig unter 0.01 mg Ptot/l liegt, wie dies um 1900 der Fall war. Dazu müsste der Phosphoreintrag in den See nochmals um zirka 40% reduziert werden, was in Anbetracht des bereits relativ guten Seezustandes, kaum umsetzbar ist